7 / Text / Gedichte

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Wo der Pfeffer wächst

Mein Zimmer, nächtlich eingehüllt
In leisen Schall und Rauch
Denn ich, mit Sehnsucht herzerfüllt,
Ich bin allein, Du auch?

"Von hier zu gehn nach anderswo
Ist nur ein kleiner Schritt”
(So sagte ein Herr Sowieso)
Ich geh jetzt los, komm mit

So long...

Guten Tag Herr Ringelnatz,
ich bräuchte Ihren Rat:
Wie soll ich’s sagen meinem Schatz,
durch Worte oder Tat?

Lassen Sie mich kurz erklär’n
wieso ich danach frag:
Ich muss mich dieses Weibs erwehr’n
weil ich sie nicht mehr mag.

Sie hat mich zu lang genervt
die Sorgen waren groß:
doch mein Verstand ist jetzt geschärft
und bald bin ich sie los.

"Ohne Titel"

Ich ging nach Haus wie immer
Die Nacht war seltsam lau
Doch in meinem Dachzimmer
Saß eine fremde Frau

Sie saß dort wie ein Bilde
Bewegungslos und still
in ihren Augen Milde
Sie schaute vor sich hin

Ihr Blick ging in die Ferne
In eine Welt voll Nichts
Wo weder Mond noch Sterne
Der Leere angesichts

Gedanken an ein Hoffen
An einen andern Ort?
Das Fenster stand noch offen
Vielleicht war’n sie schon fort

Von draußen schreit ein Kinde
Der Dielenboden knackt
Ihr Haar umspielt vom Winde
Ansonsten war sie nackt

Annette?

Ich kannte einmal eine fette
Wie war ihr Name gleich... Anette?
Mit ihr gewann ich eine Wette
Wenn ich doch nur verloren hätte...

Flussromanze

Weißt Du noch, nachts im Moseltal
Am Brückenpfeiler?
War dort nochmal mit Roald Dahl
Mit dem war’s geiler

Zwei Väter, keine Mutter

Hier sitze ich, schreib ein Gedicht
Ob’s jemand liest, ich weiß es nicht
Von einem Kinde, königlich
Es könntest Du sein, oder ich

Verhöhnt, belogen, ausgelacht
So wurd ihm Hochmut beigebracht
Verprügelt, mehr versprochen
So wurde er gebrochen

Und niemand hatte hingeschaut
Wenn wieder leise war der Laut
Sein Schrei, so falsch, wie ausgedacht
Verhallt in schreckenstiefer Nacht

Ihr Menschen, bin erwachsen nun
Möcht schlafen, weinen, träumen, ruh’n
Bis die Erinnerung verblasst
Ich bin ein Monster, dass sich liebt

Posttraumatisch

Noch während ich heut schlief
Bekam ich einen Brief
Er liegt jetzt auf dem Tisch
Wie ein Gedankenstrich

Mein Name steht darauf
In schönem Schriftverlauf
Ansonsten ist er schlicht
Ich öffnete ihn nicht

Autopoiese

Dieses Haiku
besteht aus 17 Silben
und hat 3 Zeilen

Aufklärung

"Mit rotem Blut schreibst Du
Von Deinem wunden Herz
Gedichte ohne Ruh
Ist denn so groß der Schmerz?”

Mein Freund, Dein Kopf ist wund
Du brauchst kein Blut dafür
Sondern nur Tinte und
Ein leeres Blatt Papier

Fuer Melanie

Hätt ich nur eine Geranie,
Könnt ich Dir schenken, Melanie.
Hab aber keine, drum reime ich
Dieses adrette Gedicht für Dich.

Wir kennen uns nicht, und irgendwie
Glaube ich auch, wir treffen uns nie.
Wollt’ aber schreiben, da mich plagen
In meinem Kopf so viele Fragen:

Wie geht’s Dir denn, was machst Du so?
Bist Du traurig, bist Du froh?
Machst Du Musik, hörst Du sie nur?
Magst Du Bücher, Kunst, Natur?

Da ist noch so viel mehr was mich
reizt zu erfahren, neugierig
war ich schon immer, aber Du
bist gar nicht da und ich geh jetzt endlich ins Bett.

Gute
Nacht.

Haiku Facebooki

Neugier, dann Staunen.
Hallo. Hi. Bis dann. Okay.
Facebook ist seltsam.

BWV 1

Jüngst traf ich eine schöne Frau
Sie lächelte: "Willst Du mich küssen?"
Ich sagte: "Zieh Dich aus, Du Sau"
Doch davon wollte sie nichts wissen